Teil eines Werkes 
Sammlung 2 : 3 (1823) Der Blutschatz
Entstehung
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Nicolas im Todeskampfe lag. Einen Stich in die Bruſt, einen furchtbaren Hieb uͤber den Kopf⸗ warf er, halb entſeelt ſchon, den letzten Scheide⸗ blick auf die Durchbebte, lispelte mit der Milde eines Verklaͤrten ihr laͤchelnd zu, heilige Mildwida von St. Saveur, und verſchied. Rauhenfeld aber, das bluttriefende Schwert in der Rechten, das Licht in der Linken, bruͤllte Klotilden entge⸗ gen: was willſt Du hier? Doch ſie hoͤrte nicht. Nicolas, mein Nicolas, rief ſie, und ſank laut weinend vor ſein Lager, und beſchwor ihn, mit herzzerſchneidenden Worten, nur ein einziges Mal noch die Augen aufzuſchlagen. Da ſie aber ſah, daß er ſie auf ewig ſchloß, ſprang ſie haſtig auf, und wollte fort, nach Huͤlfe, nach Menſchen. Biſt Du raſend, ſchrie Rauhenfeld und packte ſie. Siehſt Du nicht, daß der Narr ſich ſelbſt mordete? Dein Nicolas iſt es? Natuͤr⸗ lich nun begreife ich. Er hat den Schmerz nicht uͤberleben koͤnnen, Dich an meiner Seite zu ſehen; darum ſtoͤßt ſich der Menſch das Meſ⸗ ſer in die Bruſt; bei der Gelegenheit ſpringt ſeine alte Kopfwunde auf und als ich, von ſeinem Winſeln erſchrocken, hinauf komme, ſinde ich hn ſchon halb todt in ſeinem Blute.