Teil eines Werkes 
Sammlung 2 : 3 (1823) Der Blutschatz
Entstehung
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Des Nachbars Meiſterrede am Sarge des Entſchlafenen ging an Fluͤmers Ohren voruͤber, denn dieſer hatte nichts als den Schatz im Kopfe. Klotilde ſollte ein Leben haben, wie im Himmel. Taͤglich Syrup, Sonntags Zuckerkant im Kaffee. Von Arbeiten war gar nicht die Rede. Ein Bis⸗ chen Stricken und Leſen war das Ganze. Uebri⸗ gens ſollte ſie ihr eigener Herr ſeyn, ſchlafen, ſo lange ſie wollte, aufſtehen, wann ſie wollte, eſſen und trinken was ſie wollte. Dafuͤr aber natuͤrlich kamen ihm, bis zu ihrer Volljaͤhrigkeit, die Zinſen ihres unermeßlichen Vermoͤgens zu Gute; mit ſeiner Ober⸗Vormundſchaftbehoͤrde, mit dem Magiſtrate, wollte er deshalb ſchon fer⸗ tig werden; ſeine Apotheke, ſein ganzes Haus⸗ weſen mußte ſich dabei aufnehmen; die langjaͤh⸗ rigen Baͤren bei den Droguiſten hier in der Re⸗ ſidenz wurden abgeſtoßen; Zucker und Kaffee wa⸗ ren ſeit Jahren nicht ſo wohlfeil geweſen, als eben jetzt; er kaufte ſich ungeheure Vorraͤthe da⸗ von an. Beide Artikel ſtiegen gewiß einmal im Preiſe; er gewann dabei Thaler auf Thaler. Das große, ſchoͤne Haus des alten penſionirten Ober⸗ ſten, gegenuͤber, mit dem langen Garten und den zehn Scheffeln Feld, war feil,— wer konnte