Teil eines Werkes 
Sammlung 2 : 3 (1823) Der Blutschatz
Entstehung
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hende ſtarrten ſie theilnehmend an. Ein jedes wußte etwas Gutes von dem zarten Kinde zu er⸗ zuͤhlen, und der Gruͤnrock, der geſtern ſo barſch und wild ausgeſehen hatte, war von dem ſonder⸗ baren Eindruck, den das mit eigener Anmuth ausgeſtattete, lebendige Bild des Kummers auf ihn machte, ſo uͤberraſcht, daß er eine Thraͤne, vielleicht die erſte in ſeinem Leben, verſtohlen im Auge zerdruͤckte, weil er ſich vor ſeinen Kamera⸗ den ſchaͤmte, die uͤber die Schuljungen lachten, welche, ihr blankes Zweigroſchenſtuͤck in den Haͤn⸗ den, das eben beginnende Sterbelied mit einem Dienſteifer abbruͤllten, als waͤre es ſelber ihr letztes.

Fluͤmer ſchnitt auswendig zwar auch das Ge⸗ ſicht eines Leidtragenden; inwendig aber lachte er, und freute ſich des großen Augenblickes, der ihm geworden; denn ſolche Ehre als heute, war ihm noch nicht widerfahren. Er hatte ſich, kraft der ihm nicht abzuſprechenden Beſcheidenheit, im Zuge hinten an die Kanzelliſten und ſolche kleine Leutchen, als ſeines Gleichen anſchließen wollen; allein der Leichenbitter, der bei derlei feſtlichem Gepraͤngegewoͤhnlich den Ceremonienmeiſter macht, ſetzte ihm aus einander, daß er heute, als der naͤchſte Verwandte des Hauſes, den Vorrang vor