Teil eines Werkes 
2. Th. (1818)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

341

mir Thereſe gethan, das engelreine Weſen, das einen Himmel voll Liebe im Buſen traͤgt! Doch es ſoll ſeyn. Ich habe mich lange geweigert. Sie drang in mich; er wuͤnſcht es; ich komme aber es waͤre vielleicht beſſer, ich kaͤme nicht.

Sie ſind ſo gluͤcklich, ich nicht, ich kann es nie werden. Jeder Tag macht mich elen⸗ der. Ich habe nur ihn geliebt. Mein Herz kann keinem andern gehoͤren. Er weiß es nicht, er ſoll es nie erfahren. Ich will mei⸗ nen Schmerz tief in mich verſenken, und den Grabſtein der Vergeſſenheit darauf waͤlzen. Vergeſſen? Nein, das kann ich nicht; ich ſehe ihn ja taͤglich; und wenn ich tauſend Meilen von ihm waͤre, ſo wuͤrde ſein Bild ewig lebendig vor meiner Seele ſtehen.

Hab' ich doch keine Suͤnde begangen, und ich werde geſtraft, als die gemeinſte Ver⸗ brecherin; denn ungluͤcklicher als ich, iſt Nie⸗ mand auf der Welt. Der Anblick ihres