Teil eines Werkes 
1. Th. (1818)
Entstehung
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Caͤcilie war ein Engel! warum ließ er mir

das Kind nicht? was hatte ich verbrochen?

Wenn die Mutter am Grabe ihres Kindes, allmaͤchtiges Weſen, an Deiner Liebe, an Dei⸗ ner Guͤte verzweifelt, o ſo zuͤrne ihr nicht! eine Mutter hat nichts, als ihre Kinder.“

In dem Augenblicke trat Julie, ihre aͤltere Tochter, herein. Sie hatte ſchon im Hauſe meine Ankunft und meinen Namen erfahren, ſie hoͤrte die letzten Worte ihrer Mutter. Mit der traulichen Herzlichkeit, die das alte Recht der Blutsfreundſchaft heiligt, ſchloß ſie mich in ihre Arme, und kuͤßte troͤſtend die blaſſe Wange der leidenden Mutter. In ihr ſchoͤnes, großes Auge ſchoß eine ſtille Thraͤne.

Ich ſuchte keine Worte, denn an einem ſo wunden Herzen haftet nicht der Troſt ſtu⸗ dirter Rede; ich ließ mir von beiden recht viel von der Verſtorbenen erzaͤhlen, und mach⸗ te dadurch und durch meine herzliche Theil⸗ nahme, ihren Kummer leichter.

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