Teil eines Werkes 
5. Bdchn (1820)
Entstehung
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Sie konnte vor innerer Schaam ſich ſelbſt nicht anſehen. Thraͤnen bitterer Wehmuth ſtuͤrzten ihr in das Auge; ſie wankte ſchwei⸗ gend zum Zimmer hinaus.

Unmuthig uͤber mich ſelbſt warf ich mich in den Wagen, und fuhr nach Hauſe. Ich wollte das romanhafte Maͤdchen nicht wieder⸗ ſehen, das fuͤr alle meine Liebe, fuͤr meine Sorge, fuͤr mein Thun und Treiben mir nicht einmal einen freundlichen Kuß geben konnte. Aber ich konnte nicht von dem himmliſchen Weſen laſſen; ich zaͤhlte ſchon den Montag fruͤh die Stunden bis zum Sonntagsmorgen; die Woche ward mir zu einer Ewigkeit. Ich hatte Muße, uͤber mich, uͤber meine Lage, meine Wuͤnſche nachzudenken. Sie konnte nicht anders handeln. Sie mußte dieſen klö⸗ ſterlichen Schleier der ſtrengſten Zuͤchtigkeit uͤber ſich werfen, wenn ſie des Mannes Ach⸗ tung, der es redlich mit ihr meinte, nicht verr lieren wollte. Die Plaͤne, die in den gehei⸗ men Tiefen meiner Seele keimten, konnte ſie V. 10