— 163—
junge Roͤmer eintrat. Die Verwirrung lieh ihr tauſend neue Reize. Piavetti frug nicht nach Namen und Stand. Er kuͤßte dem lieb⸗ lichen Maͤdchen die zauberiſche kleine Hand; er bat, er beſchwor, fortzufahren; und als ſte ſich beſcheiden weigerte, brachte er Noten und Geige aus dem Conzertſale des Grafen. Julie ſpielte nach einigem Zoͤgern ohne An⸗ ſtoß vom Blatte. Piavetti accompagnirte. Mit italiaͤniſchem Feuer erzaͤhlte ſeine treue Violine das Entzuͤcken ſeines Herzens. Sein Bogenſtrich war kuͤhner, als ſeine Augen. Je mehr er das ſchmelzende dolce des himmli⸗ ſchen Maͤdchens hoͤrte, je weniger wagte er, die holde Erſcheinung anzuſehen, aus Furcht, ſein Blick werde ſie wieder verirren und den melodiſchen Fluß ihrer ſich immer mehr und mehr entbindenden Talente ſtoͤren. Aber als Julie, nach und nach dreuſter geworden, mit


