——
— 167—
ler Kirſchen geben, und ſetzte ſich in eine Laube.
Julie war dieſen Abend allein. Die Graͤfin machte mit ihren Aeltern eine Waſſer⸗ parthie. Die Fenſter der Graͤfin gingen in den Garten hinaus, ſie ſtanden offen. Julie war mit ihrem kleinen Tagesgeſchaͤfte fertig, und ergriff der Graͤſin Harfe. Sie glaubte ſich unbehorcht: ſie uͤberließ ſich ihrer Phan⸗ taſie; das Inſtrument ſprach ihren Kummer, ihre Wehmuth, ihre Hoffnungsloſigkeit aus. Piavetti lauſchte entzuͤckt. Das war nicht Joſephens Spiel, das er genau kannte. Die⸗ ſe fertige Hand verrieth eine vollendetere Meiſterin; dieſe Zartheit eine gefuͤhlvolle Virtuoſin.
Die geſpannteſte Neugier trieb ihn in das Schloß, in Joſephens Zimmer. Die Ueberraſchte ſprang erſchrocken auf, als der


