Blut ſtieg ihm in das Koͤpfchen, und es fuͤhlte ſich wie mit Roſenglut uͤbergoſſen; aber ioch war die⸗ ſes Raſchfeuer nicht verdampft, als ſchon die Ver⸗ legenheit ſich aus dem Wonnen⸗Meere, in dem Luiſe in den erſten Augenblicken ſelig geſchwommen hatte⸗ langſam auftauchte; durfte ſie denn von dem ihr faſt ganz fremden jungen Manne dieſe Prachtſtuͤcke annehmen? Wie ſollte ſie ihm dafuͤr danken? Raͤum⸗ te ſie ihm nicht Anſpruͤche, nicht Rechte auf Gegen⸗
verbindlichkeiten von ihrer Seite ein? Wie kam Er⸗
eigentlich dazu, ihr ſeine Aufmerkſamkeit auf ſolche auffallende Weiſe zu bethaͤtigen? Hätte er ihr eine Kleinigkeit geſchenkt, einen Scherz, da häͤtte es, meinte ſie, allenfalls nichts auf ſich gehabt; aber dieſe glaͤnzenden, dieſe überpraͤchtigen Wunderſa⸗ chen!— Er zwar hatte beim Auspacken und beim Ordnen der einzelnen Stücke, ſie alle ſammt und ſonders mit einer recht huͤbſchen luſtigen Art, der man es aber anhoͤrte, daß er uͤber die Keckheit, das ihm faſt fremde Maͤdchen auf eine ſo eigene Weiſe zu überraſchen, ſelbſt ſich gewiſſermaßen befangen fuͤhlte, fuͤr Kleinigkeiten ausgegeben, und das Ganze fuͤr bloßen Spaß; aber das waren keine Kleinigkei⸗ ten, und das Ganze war— das ſagte ihr ſein herz⸗ licher Blick, ſeine Innigkeit, ſeine Seligkeit beim erſten Aufblitz ihrer Luſt und Freude— das Ganze war kein Spaß. Die Sachen alle kamen ihr— ſie wollte den Gedanken mit Gewalt wegdraͤngen, aber er hing an jedem Stucke wie eine Klette, wie eine daran plombirte Etikette; die Sachen alle kamen ihr wie Brautgeſchenke vor, beſtimmt, ſie am Hochzeit⸗ tage braͤutlich zu ſchmuͤcken. Das Alles wirrte und ſchwirrte ihr in der Seele herum, und ſie haͤtte lie⸗ ₰.


