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So— Muͤtter⸗ ſich von Wort war und ru⸗ reundliche
und verſtaͤndige Rede immer Alles zum Beſten
gekehrt; und die reine Engelguͤte und die ſanfte Frauenweiſe, mit der ſie zu ihrem Kinde geſprochen, war, wie der Vater in ſpaͤtern Jahren, nach ihrem Tode, oft mit naſſen Augen erzäͤhlte, auch das Band geweſen, mit dem ſie ihn, den Gatten, taͤglich im⸗ mer inniger an ſich gefeſſelt hatte. Das Alles flog dem ſonderbar bewegten Steinau in dieſem ſtillen Augenblicke durch die Seele, ohne daß er deſſen ſich ſelbſt recht klar bewußt war, und das Maͤdchen ſtand, von den kleinen Armen des lieblichen Kindes umſchlungen, im goldigen Scheine der ſinkenden Herbſtſonne ſo jungfraͤulich, ſo uͤberirdiſch reizend da, daß er ihm ſtillſchweigend abbat, es vorhin in ſo unlauteren Verhaͤltniſſen nur haben vermuthen zu können. Er begriff nicht, wie es ihm moͤglich ge⸗ weſen, dieſes Ideal von maͤdchenhafter Zuͤchtigkeit in entfernten Seitengaͤngen, in den abgelegenſten Partieen des Parks zu ſuchen, und es immer und immer wieder in den Armen genußluſtiger Lebe⸗ maͤnner zu ſehen. Der Adamsſohn! Er wollte es nur nicht begreifen, weil er ſich jetzt, der veſtali⸗ ſchen Jungfrau gegenuͤber, ſeiner geheimen Wuͤnſche ſchämte, auch ſo, wie jene Flankeurs mit ihren Schoͤnen, die verſchwiegenen Pläͤtzchen des Thereſen⸗ hayns mit Luiſen, ungeſehen und unbehorcht, durch⸗ wandeln zu koͤnnen. Jetzt, in der Naͤhe der Unbe⸗ fleckten, fielen die tauben Schlacken ſeiner Suͤnd⸗ haftigkeit von ihm ab. Es kam kein unziemlicher Gedanke in ſeine Seele; nur mußte er, um aus dem Sonnenkreiſe dieſer himmliſchen Sinnes⸗Reinheit nicht wieder herauszuſchwanken, die Augen von der ſuͤßen Fuͤlle ihrer friſchen Liebesreize oft wegwenden, . 3


