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an dachte, daß ein Dritter mit dem Maͤdchen auf einem ſolchen vertrauten Fuße ſtehen könnte, als der junge Mann mit ſeiner luſtwandelnden Schoͤ⸗ nen geſtanden hatte. Er ſelbſt— ach ja— das fand er recht natuͤrlich und verzeihlich und ganz un⸗ endlich reizend— er ſelbſt waͤre gern, recht ſehr gern mit der wunderniedlichen Luiſe ſo Arm in Arm, Auge in Auge, und Lippe an Lippe, in den unbe⸗ lauſchten Schlangenwegen hier herumgewandelt! Das ſuͤße Wehe der gluͤhendſten Sehnſucht nach aͤhn⸗ lichem Genuß preßte ihm alles Blut in das liebe⸗ kranke Herz; er legte beide Hände auf das klopfende Ungethuͤm, und geſtand ſich in einem lautloſen Se! r⸗ geſpraͤch, mit einer Art von Aengſtlichkeit uͤber das, was aus dieſem ihm ganz neuen Gemuͤths⸗Zuſtande werden ſolle, daß ihm ſo wie jetzt, noch nie zu Sinne geweſ— Nun, was war denn das wieder! — Rechts von ſeinem Wege ab lief ein ſchmaler Seitenfußſteig uͤber ein Bruͤckchen in eine kleine Weinlaube, die ſo heimlich und verſteckt lag, daß er ſie, ob er gleich wohl zwanzigmal hier geweſen war, heute doch ſelbſt zum erſtenmale ſah; er waͤre auch heute gewiß wieder vorbeigegangen, ohne ſie zu ge⸗ wahren, wenn ſie ihm nicht der blendende Schnee eines weißen Gewandes bemerkbar gemacht haͤtte;, unwillkuͤhrlich hatte er im Voruͤbergehen den Blick hinuͤber geworfen, und— nein, es war ja nicht moͤglich! Er hatte ſich gewiß wieder getaͤuſcht! Er drehte auf dem Fleck um, ſchlich ſich auf den Zehen wieder zuruͤck bis zu dem Punkte, wo man die Aus⸗ ſicht über das Bruͤckchen in die Weinlaube hatte, und— nein, nein, er hatte ſich nicht geirrt! Hier ſaß ſein angebetetes Ideal der engelreinſten Tugend,


