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das Muſterbild der jungfraͤulichſten Zucht und Sitte, in den Armen eines ihm, wenigſtens dem Geſichte nach, nicht ganz fremden Offiziers; ſie hatte mit ihrer Linken ſeinen Hals umſchlungen, lag mit dem Köpſchen an ſeiner rechten Bruſt dicht angeſchmiegt, und ihre Rechte ruhte auf ſeinen Orden. Beide liſ⸗ pelten einzelne, wegen der Entfernung ihm unver⸗ ſtaͤndliche Worte, aber was er davon vernahm, lau⸗ tete wie ein foͤrmlicher Verlobungs⸗Dialog! Wenig⸗ ſtens ſchwor der Kriegsheld das Blaue vom Himmel herunter, und vermaß ſich kecklich, daß ihn der Teu⸗ fel auf der Stelle holen ſolle, wenn ſeine Liebe nicht die wahre, aͤchte, und ſeine Treue nicht von der ewi⸗ gen Sorte ſey, und das pflichtvergeſſene Ding ſchien ſeinen fuͤrchterlichen Schwuͤren leichtfertigen Glau⸗ beu zu ſchenken, denn es ſchlang jetzt auch den rech⸗ ten Arm um des liebegraͤßlichen Stuͤrmers Hals, und hemmte die wilde Fluth ſeiner eidlichen Be⸗ theurungen durch eine Unzahl freiwilliger Kuͤſſe.— Steinau, ergrimmt uͤber das, was er geſehen und gehoͤrt, krampfte die geballten Haͤnde in einander, und eilte, auf das Furchtbarſte enttaͤuſcht, von dau⸗ nen; er lachte vor Bosheit uͤber den Zauber, mit dem das gemeine Maͤdchen ihn hatte beruͤcken koͤn⸗ nen, über ſeine Erbärmlichkeit, ſich durch ſolch' eine werthloſe Kreatur aus der Faſſung haben bringen zu laſſen, und uber ſeine jaͤmmerliche Rolle, die er jetzt mit ſeinen Geburtstagspräſenten in der Taſche ſpiele. Er haͤtte ſie lieber, waͤr' er hier ungekannt geweſen, unter die Kaffeemaͤdchen vertheilt, um ſie nur nicht mit nach Hauſe zu nehmen, um ſie nur nie wieder zu ſehen. Von Beſchaͤmung und Haß, und vom ſchlimmſten Verdruß, vom Verdruß uͤber ſich


