zuhoͤrte, die Ellenbogen auf den Conferenztiſch ge⸗ ſtuͤtzt, den Kopf zwiſchen beiden Haͤnden, und die Augen auf das vor ihm liegende Vortrags⸗Jour⸗ nal, waͤhrend des Streites zwiſchen Neithart und Steinau, Einigemale ſtill vor ſich hin gelächelt; halb und halb ſah dies Laͤcheln wohl aus, als freue ſich der alte Mann ſeines jungen Schuͤlers, der des ver⸗ dienten und beduͤrfrigen Beamten ſich mit regem Antheil annehme, den vorzutragenden Gegenſtand aktenmäͤßig und bis auf den Grund erſchoͤpft habe, und in der Fehde mit dem an Jahren und Rang uͤber ihn ſtehenden Geheimenrath Neithart, den aͤußern Anſtand und die ihm und dem Collegio ge⸗ buͤhrende Achtung nicht außer Augen ſetze, ſeine ein⸗ mal aufgeſtellte Anſicht aber mit Feſtigkeit und Gruͤnden unverruͤckt durchfuͤhre; auf der andern Seite aber lag doch auch in dem Laͤcheln etwas Ver⸗ ſchmitztes, Schalkhaftes, das ſich auf vielerlei Weiſe deuten ließ; ein recht ſcharfer Beobachter, und das war Steinau, beſonders hier, wo ihm das Gewiſſen ein haarfeines Mikroſkop vor die Augen hielt, hätte aus dem muͤhſam verhaltenen leichten Krampf in bei⸗ den Lachmuſkeln Sr. Excellenz faſt etwas Satyri⸗
ſches herausfinden moͤgen. Ein Gluͤck, daß Steinau
ſeinen Vortrag beendet hatte; des Miniſters ſon⸗ derbare, wider deſſen Willen hervorblitzende Lach⸗ luſt hätte ihn, wenn jetzt noch laͤnger uͤber die Sa⸗ che zu ſprechen geweſen waͤre, außer alle Faſſung bringen koͤnnen. Verſtand er den alten Herrn recht, ſo lag in deſſen Geſichte— doch ſein inneres gar zu delikates Zartgefühl konnte ihm vielleicht auch nur dieſe Vermuthung in die Seele ſchieben— aber— ſo iſt es, wenn man ſich nicht recht ſicher in den
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