Teil eines Werkes 
61. - 63. Bdchn (1828)
Entstehung
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dacht, und daß ihr Beſitz das Hoͤchſte, das Alleinige und das Allerheiligſte ſeiner Traͤume und Wuͤnſche

geweſen ſey. Nach manchem ſauern Tage, nach man⸗ cher verfehlten Hoffnung, nach mancher herben Er⸗ fahrung, ſey er jetzt, durch den Segen des vaͤterlichen Pathengeſchenks, durch die Unterſtuͤtzung ſeines Ju⸗ gendfreundes Pudewitz, durch die Unterweiſung und den guten Rath ſeines Nachbars, des Oberamtmanns, und durch Fleiß und Sparſamkeit, Umſicht und Ge⸗ ſchäftsordnung, mit ſeinen Obſtwälder⸗Anlagen, und

mit ſeinen meilenlangen Pflanzungen aller moͤgli⸗

chen Officinal⸗, Handels⸗ und Faͤrbekraͤuter ſo weit Lekommen, daß er einfach aber anſtaͤndig davon leben oͤnne. Immer habe ich, ſchloß er froͤhlich,aus der Er⸗ innerung des vaͤterlichen Bureaus den Wahlſpruch: Nur der Augenblick iſſt Dein, im Kopfe, und die goldenen Worte: Ora et laboraim Her⸗ zen gehabt. Taͤglich bete ich zum himmliſchen Vater aus der Mitte meiner Millionen Bluͤthen und Blu⸗ men, die ſeine Weisheit, ſeine Allmacht, preiſen,

vom Grunde meiner Seele, und er hat mich gehoͤrt,

und belohnt mir mein feſtes Vertrauen in ſeine Gute, von Tage zu Tage. Meinen Garten und mei⸗ nem kleinen Heerde fehlt jetzt nichts, als eine Her⸗ rin, und darum rufe ich, das Engelbild meiner ſuͤßen Luiſe vor mir, mit nicht laͤnger mehr zu ſtillender Sehnſucht:

Jungfer Lieschen, weißt Du was,

Komm' mit mir in's grüne Gras.

. 70. Seit einem halben Jahrhundert hatte das Haus Reichhart mit einem ungar'ſchen Großen, wegen einer bedeutenden Schuldſumme, zu deren Sicherheit erſterem eine in Ober⸗ Ungarn belegene Grafſchaft verpfaͤndet geweſen war, im Prozeß gelegen. Bei der Verpfaͤndung waren die geſetzlichen Formen nicht gehorig beobachter warden, und daher hatte das Pfandrecht nie ſeine vollſtaͤndige Gültigkeit erhal⸗

ten koͤnnen. In der goldenen Zeit des Hauſes hatte

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