Kufigen Pflanzungen, und überall pries Fritzens
man die Beendigung dieſes Rechtsſtreits langſam betrieben; waren damals doch wichtigere, eintraͤg⸗ lichere Geſchaͤfte zu beforgen geweſen. Jetzt in der Zeit der Noth und Muße war Herr Reichhart mit Onkel Waldmann ſelbſt in Wien geweſen, hatte ſich mit den Erben des Schuldners verglichen, eine nam⸗ hafte Summe ausbezahlt bekommen, mit dieſer den
Reſt ſeiner Paſſiva gedeckt, und eilte nun mit Nuß⸗
baum und deſſen Gattin, der ehemaligen Couſine Luiſe Reichhart, in die Arme der Seinigen, um in ihrer Mitte, nach erſtandenen Lebensſtuͤrmen, ſei⸗ ner Tage Abend verleben. Onkel Waldmann, hohen Alters halben, mit Penſion in Ruheſtand ver⸗ ſetzt, begleitete ihn. 4
Unfern Weidenwalde liegt am Fuße der gruͤn⸗
umbuſchten Berge, dicht an der Chauſſee mitten in
einem großen Fruchtgarten, ein kleines geſchmack⸗ volles Landhaus; uͤber dem Gartenthor die In⸗ ſchrift: Ora et labora.„Hier wohnt Herr Lehnin,“ fagte der Poſtillon, und ſtieß einen kurzen Akkord⸗ Schmetter in's Horn, und das Echo aus den gruͤ⸗ nen Bergen hatte dem luſtigen Poſtknecht noch nicht geantwortet, als ſchon aus allen Thuͤren des freund⸗ lichen Hauſes, Fritz und Luiſe und Mutter Reich⸗ hart, und der alte treue Balthaſar, unter lautem Jubel und froͤhlichem Willkommen, dem Vater und ſeiner Begleitung entgegen ſtuͤrzten.. Aber kaum lag Blick auf Blick, Lippe auf Lippe, Bruſt an Bruſt, da ſchlug die heilige Freude des Wiederſehens, das einzige Gefühl des Sterblichen, das ihm zum Vorſchmack jenſeitiger Seligkeit in die Seele geſenkt iſt, mit ihrem Zauberſtabe an die Herzen der frohbewegten Menſchen, und die Thraͤnen, die in dieſem ſtillen Augenblicke geweint wurden, waren ein Geſchenk des Himmels, zu lö⸗ ſchen die Schrift des Gedächtniſſes fuͤr erlittenes Ungluͤck, zu ſuͤßen das Bittere mancher Erfahrung, und zu ſtaͤrken den Muth fuͤr die Zukunft. Eng verſchlungen, Arm in Arm, ging jetzt die Wanderung durch den Obſtwald und durch die weit⸗
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