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ergreift, dichter an den Arm der Mutter,„fort von hier; hinaus in den fernſten Winkel der Erde! Ich habe geglaubt, viel tragen zu koͤnnen! Das war zu ſchwer. Was haben wir den Menſchen ge⸗ than! Gegen ſie Alle ſind wir freundlich und gut geweſen; Du und der Vater, Beide habt Ihr Euch erſchoͤpft, des Lebens Freuden mit ihnen zu thei⸗ len, ihnen in Eurem Hauſe frohe Tage zu machen, und ihre Verwendungen fuͤr ihre Euch empfohlenen Schuͤtzlinge, werkthäͤtig zu beachten, und nun zum Danke fuͤr das Alles dieſe gemuͤthloſe Behandlung,⸗ dieſe eiſige Kaͤlte, dieſen giftigen Spott.“
5.
Die Mutter beſchwichtigte Luiſens edeln Unwil⸗ len mit ſanften Worten, und wies ſie auf den, der fremde Schuld am ſchmachbedeckten Kreuze mit ſei⸗ nem Leben bezahlt, und den ſchnoͤden Hohn ſeiner Peiniger, und die erbarmungsloſe Grauſamkeit ſeiner Moͤrder, mit ſolcher Selbſtverlaͤugnung ge⸗ tragen, daß er, ſchon auf das Marterholz geheftet, fuͤr ihre Verirrung, fuͤr ihr Nichtwiſſen deſſen, was ſie gethan, die göttliche Verzeihung vom Himmel erbeten. Dieſer troſtreiche Zuſpruch der frommen Mutter wirkte auf die Ruͤckkehr ſtiller Heiterkeit in Luiſens Gemuͤth; und der alte treue Diener, Balthaſar, ward der Himmelsbote, der dieſe Hei⸗ terkeit, dieſen innern Frieden auf das Feſteſte und Unerſchuͤtterlichſte begruͤndet.
Er trat eben, als Luiſe mit der Mutter von dem kalten Thee der Frau von Wiſchwill heimkehr⸗ te, und in ihrem Zimmer allein war, froͤhlichen Geſichts heimlich herein, und wiſperte ihr die Frage zu, ob ſie etwa noch das Etui und das Kaͤſtchen habe, in dem der Maler ihres Bildes, der dies hier angefangen, und unvollendet mit in ſeine Heimath genommen, und daſſelbe von da aus, wohl verpackt hierher geſandt habe.
Noch von all' den eben erlittenen Kraͤnkungen ſchwer verletzt, antwortete ſie ein gleichguͤltiges Nein, doch fiel ihr in demſelben Augenblicke ſchon die ei⸗ gene verſtohlene Weiſe auf, mit welcher der alte


