Teil eines Werkes 
61. - 63. Bdchn (1828)
Entstehung
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Da fragte Renate, die das Lied wohl kannte und uͤber Fritzens arge Zerſtreuung faſt hell auflachen mußte, freundlich, was ihm fehle?Eine Million, ſagte er halb verdruͤßlich und halb lachend, und Renate ſprach uͤber den Werth des Geldes, wie alle im Wohlleben Geborene und Erzogene, das heißt, ganz außerordentlich vernuͤnftig; ſie that, als habe Geld und Gut fuͤr ſie gar keinen Reiz, weil ſie den Druck des Mangels nicht kannte, und von den hundert Entſagungen, und von den tau⸗ ſend Demuͤthigungen, an die ſich der Arme gewoͤh⸗ nen muß, gar keine Ahnung hatte. Fritz lauſchte auf jedes ihrer Worte mit der geſpannteſten Auf⸗ merkſamkeit; er uͤberſah nicht mit beſtimmter Klar⸗ heit, warum es ihm Freude machte, das reiche Maͤd⸗ chen von dem Werthe zeitlicher Guͤter mit ſolcher Gleichguͤltigkeit ſprechen zu hoͤren; aber in der ge⸗ heimſten Tiefe ſeines Herzens leuchtete ihm das behagliche Gefuͤhl auf, daß das Maͤdchen, dem Reich⸗ thum ſo gar nichts gelte, den Mittelloſen, blos um deſſen Armuth willen, nicht gering achten koͤn⸗ ne, und daß er darum vielleicht ſie hatten eben das Hahnrei⸗Bruͤckchen erreicht. Der Oberamtmann verabſchiedete ſich vom Kantor, und kehrte mit Re⸗ naten zuruͤck. Dieſe bat mit herzlicher Gaſtlich⸗ keit, daß Fritz, ehe er von Luͤnenſcheid abreiſe, noch einmal nach Weidenwalde kommen moͤge, und warf ihm, kaum dreißig Schritte heimwärts gegangen, einen recht freundlichen Scheideblick, und ehe ſie in die Dorfſtraße einbog, einen zweiten zu.

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