Teil eines Werkes 
61. - 63. Bdchn (1828)
Entstehung
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links im Winkel verlief ſich eine kleine kaum zu bemerkende Narbe in das vordere Haupthaar, und wie damals der Knabe das Kind, ſo umſchlang jetzt der Juͤngling die Jungfrau, und druͤckte die Lippen auf die Stelle, auf die, um ſie ihm naͤher zu be⸗ zeichnen, Renate mit dem Mittelfinger ihrer klei⸗ nen Rechten getippt hatte, und Renate ließ ihn ge⸗ waͤhren; war ihr doch, als brenne ihr die Wunde von Neuem, und ſeyen ihr des liebenden Juͤng⸗ lings zarte Kuͤſſe ein heilender Balſam. Doch, wie hienieden Freude ſelten von langer Dauer, in dem Augenblicke rief Annemarie, eine Geſandtin des Amtshofs, von weitem ihnen zu, daß ſie unge⸗ ſäumt heim kommen moͤchten, weil der Herr Kan⸗ tor ſammt der Currende bereits im Aufbruch be⸗ griffen, und der Herr Oberamtmann geſonnen ſev⸗ ihnen bis zum Hahnrei⸗Bruckchen das Geleite zu geben. 6.

Waͤrve Fritz doch ein Paar Minuten ſpäͤter ge⸗ kommen! Er traf mit Renaten eben auf dem Baum⸗ anger ein, als der Vater von den Gemeine⸗Mit⸗ gliedern die Gregorius⸗Spende einſammelte, und die aus Brod⸗Kruͤmmeln und Tabaksbläͤttern muh⸗ ſam zuſammen geſuchten Kupferdreier und Silber⸗ ſechfer beiſteckte; um das Maaß ſeiner Beſchaͤmung voll zu machen, druͤckte der Oberamtmann, der ſeit 20 Jahren in der Regel fuͤr den Gregorius⸗Sing⸗ ſang jedesmal einen Thaler gegeben hatte, dies mal dem Vater ein Goldſtuͤck in die Haͤnde, und dieſer

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