Teil eines Werkes 
61. - 63. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

u

9

bringen; vielleicht haͤtte Fritz das Gluͤck, bei ihm auf das Comtoir zu kommen, oder

Nein, Ihr Weiber ſeyd doch, eins wie das an⸗ dere, ſchalt der Kantor verdruͤßlich.Da ſchwatzt Ihr, wie Euch der Schnabel gewachſen, in das Blaue hinaus, von Dingen, von denen Ihr kein Wort verſteht; wer Dich ſo reden hoͤrte, Hilaritas, muͤßte bei meiner Treu denken, es gehe Dir, wie wir La⸗ teiner zu ſagen pflegen, das Granum salis, die Ur⸗ theilskraft, ab. Was ſoll denn der, beim Klein⸗ kraͤmer Fuͤrchtegott Ephraim Heydinger angelernte Fritz, bei dem Bankier Herrn Reichh art? Der kann den Dutten⸗Dreher nicht brauchen; er muß Leute haben von ſpekulativem Kopf, auf den großen Weltmaͤrkten bewandert, der neueren Sprachen maͤchtig, und im kaufmaͤnniſchen Rechnungsweſen zu Hauſe.

Freilich, ſagte Frau Hilaritas faſt ein wenig ſpoͤttelnd,koͤnnen wir Frauen das Alles in unſe⸗ rer Einfalt nicht ſo klar uͤberſehen, wie ihr klugen Maͤnner; indeſſen die blinde Henne findet doch auch zuweilen ihr Koͤruchen. Neulich, es mag wohl ſchon einen Monat her ſeyn, begegnete ich Ober⸗Steuer⸗ Raths Viktorinchen; wir kamen in's Schwatzen; ein Wort gab das andere. Zufaͤllig fragte ſie unter andern auch nach Fritz. In dem Augenblicke fiel mir ihr Vetter, unſer Herr Gevatter Reichhart ein; ich meinte gerade hin, daß der fuͤr ſeinen Pathen noch gar nichts gethan, und daß es wohl huͤbſch waͤre, wenn er ihn nun, da er ausgelernt, in ſeine