Teil eines Werkes 
64. - 66. Bdchn (1828)
Entstehung
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die Mildthaͤtigkeit der Menſchen anzuſprechen. Ich duldete muthig aus.

Dich und mein Kind aufzuſuchen, war mein einziger Gedanke, mein einziger Troſt. Ich ent⸗ ſagte allen Lebensgenüſſen. Jeder Thaler, den ich fuͤr meine Zeichenſtunden empfling, war mir ein Koͤnigreich werth.

Eines Abends ſaß ich ſehr wehmuͤthig bei mei⸗ nem Freunde, dem Schullehrer, in der bluͤhenden Kirſchlaube. Die gluͤckliche Eintracht zdes jungen Paares zerſchnitt mir das Herz. Ich konnte dieſem freundlichen Paare nicht gegenuͤber ſtehen, heute nicht. Gluͤhender hatte die Sehnſucht mir nie im Buſen gewuͤthet. Ich ſann auf alle erdenkliche Mit⸗ tel, Nachricht uͤber Dich einzuziehen; da fiel mir die alte Tante, die Landraͤthin, ein. Die weiß la Alles. Sicher wußte ſie auch von Dir. Ich begriff mich nicht, warum ich mich nicht fruher an ſie ge⸗ wendet hatte: vielleicht Du weißt, Eliſe, ich konnte ſie mit ihrer verlaͤumderiſchen Zunge nie leiden, vielleicht hatte ich gerade ſie nicht gefragt, um nichts Nachtheiliges von ihr uber Dich zu hö⸗ ren, die ja an Gott und der ganzen Welt immer etwas zu tadeln hatte.

Ich ſchrieb ihr, und erhielt eine ſechs Seiten lange Antwort. Sie hatte ihre Feder in Gift ge⸗ taucht; ſie zerriß mir jeden Faden des Glaubens an Dich, ſie wuͤhlte mit der Wolfsklinge ihrer teuf⸗