Teil eines Werkes 
64. - 66. Bdchn (1828)
Entstehung
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Allein der Hausfreund hatte nicht viel Zeit zu verlieren; die Juden draͤngten ihn. Er hatte ſeine Glaubiger mit der Hoffnung getroͤſtet, die wohlha⸗ bende Wittwe zu heirathen. Faſt woͤchentlich kam einer, und erkundigte ſich, ob denn noch nicht ge⸗ heirathet wuͤrde.

Der junge Mann geſtattete zwar die erbetene Bedenkzeit, aber nur zum Schein. In dem naͤm⸗ lichen Augenblicke legte er die Mine an, um durch verdeckten Weg in das Herz der Feſtung zu dringen. Ein ſehr ſchoͤner warmer Fruͤhlings⸗Abend beguͤn⸗ ſtigte ſeine Plaͤne. Millionen Kirſchbluͤthen dufte⸗ ten im Garten hinter'm Hauſe. Eliſe wandelte an ſeinem Arme im traulichen Dunkel, unter den wuͤr⸗ zigen Alleen. Am einſamen Ende des ſtillen Gar⸗ tens ſtand, im Gruͤn junger Maien, ein kleiner Moostempel. In dieſem opferte Eliſe ihre Selbſt⸗ ſtandigkeit, ihre Zukunft, ihr Gluͤck.

Aber die Kirſchen, die jene Laube umbluͤht hat⸗ ten, ſchwollen ſpaͤter zur ſuͤßen Frucht. Eliſe fuͤhlte den druͤckenden Sommer. Sie gab dem Wieder⸗ fragenden ihr Jawort, und verſchrieb, vor Notar und Zeugen, dem Neuverlobten ihr ganzes Ver⸗ moͤgen.

Den Abend des feſtlichen Tages, an dem die Akte vollzogen ward, verlebte der Braͤutigam in einer luſtigen Geſellſchaft mit alten Freunden.

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