aber der Unmenſch, wenn die Mutter nicht zu⸗ gegen war, den armen Jungen ſo unbarmherzig durch, daß der Kleine dieſen forcirten Unterricht kein halbes Jahr ausgehalten hätte. Dies war auch des Praͤceptors loͤbliche Abſicht; denn der Stief⸗ ſohn war ihm, in Anſehung ihres Vermoͤgens, ein Dorn im Auge.
Eliſe bewohnte vor der Stadt die Haͤlfte eines ſehr freundlichen Hauſes. Das Logis in der andern Haͤlfte war jetzt offen. Der Erſtuͤrmende bezahlte ohne Handel die geforderte Miethe, und nun war er Eliſens erklaͤrter Hausfreund.
Jetzt trat er mit ſeinen Wuͤnſchen deutlicher hervor. Eliſe hatte ſie laͤngſt errathen, allein ihre Hand war ja noch nicht frei. Sie hatte von Wilm⸗ ſens Tode ja keine beſtimmte Gewißheit.
Lag dieſer Stein des Anſtoßes nicht im Wege, ſo haͤtte ſie ihm unbedenklich ihre Hand gegeben; denn einer ſolchen heißen Liebe war Wilmſen nie faͤhig geweſen. Jetzt, jetzt erſt fuͤhlte ſie, was es heiße, geliebt zu werden.— Armes, betrogenes Weib!
Eliſe erklaͤrte ſich auf ihres Hausfreundes An⸗ traͤge in unbeſtimmten Ausdruͤcken. Sie bat ſich Bedenkzeit aus, und verſprach, wegen Wilmſen noch einmal alle Mittel zu verſuchen, um ſich von ſeinem Tode zu uͤberzeugen.


