Teil eines Werkes 
64. - 66. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27

einer feinen weiblichen Arbeit vertieft, und ſchra⸗ ken ſichtbar auf, als ſie auf einmal den ſteinfrem⸗ den Menſchen gewahrten.

Emil aber war noch verlegener, als ſie, denn ſie konnten ſich kaum des Lachens enthalten, als er zehn⸗ mal anfing, ihnen auseinanderzuſetzen, daß er Se. Excellenz hier geſucht habe, und am Ende, beſon⸗ ders da er ſah, daß ſie ſich an ſeiner Verwirrung ergotzten, immer wieder von vorn anfing, und im⸗ mer nicht weiter kam, als zu der Verſicherung, daß er gar nicht die Abſicht gehabt haͤtte, ſie ſtoͤren zu wollen.

Eigentlich waren ſie daran, daß er im erſten Augenblick ſo uͤber und uͤber perpler war, haupt⸗ ſaͤchlich ſelbſt Schuld. Emil hatte in ſeinem Leben wohl manches huͤbſche Kind geſehen, allein ſo et⸗ was ausgeſucht Liebliches war ihm noch nie vorge⸗ kommen; war es der himmliſche Morgen, der ihre Reize ſo zauberiſch gekraͤftiget, oder war es das Idolliſche ihres Sitzes in der blumen⸗ und trau⸗ bengeſchmuͤckten Laube, das ihnen ſo etwas unbe⸗ ſchreiblich Grazienhaftes verlieh, vder war es der Schnee und die Superfeine ihres hoͤchſt eleganten Negligees, die ſie in Emils Augen zu reinen Aether⸗ geſtalten erhoben; aber je laͤnger er die beiden hol⸗ den Himmelskinder anſtaunte, je mehr fuͤhlte er ſich verſucht, ſie fuͤr uͤberirdiſche Weſen zu halten, denn ſo Etwas hatte die armſelige Waldwildniß der ganzen Umgegend nicht aufzuweiſen.

Hatte ihn ihr Aeußeres ſchon zu dem Wahne

5*