Teil eines Werkes 
64. - 66. Bdchn (1828)
Entstehung
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Leib und Seele geſund geblieben, Du haſt die Ge⸗ lage der Laſterhaften und die Schwelgereien der Zucht⸗ loſen geflohen, und darum die zarte Achtung, die jeder rechtliche Mann den Wurdigern unſers Ge⸗ ſchlechts gern zollt, im Herzen bewahrt. Es hat mir wohl gethan, zu ſehen, wie Dir um Dei⸗ nes froͤhlichen Sinnes, um Deines feinen Anſtan⸗ des, und vielleicht wohl auch um Deines Aeußern willen, die Maͤdchen und Frauen freundlich zuge⸗ than ſind. Werde darum nicht eitel, gib Dich dar⸗ um nicht dem Wahne hin, daß Du mit Frauenher⸗ zen nach Gefallen ſpielen kannſt. Es iſt in der Welt nichts ſtrafbarer, als das Lebensgluͤck eines ſchuldloſen Maͤdchens, dem Rauſche einiger Minu⸗ ten auf ewig zu opfern. Die Geſetze aller Staa⸗ ten ſind gegen Verbrecher dieſer Art viel zu gelinde, weil Maͤnner die Geſetzgeber waren, Maͤnner, die viel zu wenig Phantaſie hatten, um das tau⸗ ſendfache Elend, die namenloſen Kraͤnkungen, die bittere Verzweiflung zu ermeſſen, welche die Be⸗ trogene, oft bis zur letzten Stunde ihres gebro⸗ chenen Lebens, heimlich quaͤlen. Bleibe ein Ehren⸗ mann, Emil! Dies der Mutter letztes Wort dem ſcheidenden Sohne. Das Jagdſchloß Rehhagen.

Kaum graute der Tag, ſo beſtieg Emil ſeinen Rappen, und trabte gen Rehhagen.

Nach dem, was Vater und Mutter geaußert, hing von oieſem Ritte ſein Schickſal ab; ihm ward dei dem Gedanken ſo ſchwer, ſo eng um die Braſt,

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