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gezeichnetſten Achtung von ihr ſpraͤchen, und ſie ih⸗ rer ſanften Weiſe, ihres unbeſcholtenen Wandels, ihrer feinen Bildung, und ihres werkthaͤtigen Wohl⸗ thaͤtigkeitsſinnes halber, von Allen herzlich geliebt werde.„Hier,“ antwortete ſie mit einem Tone, als wenn ſie dies zwar, ſoweit die Rede von ihren hieſigen Umgebungen ſey, nicht in Abrede ſtellen koͤnne, dagegen aber ſich uͤber die Menſchen ander⸗ waͤrts, zu beklagen habe. „L'offensore obblia, ma non l'offeso i rice- vati oltraggi*)“ ſagte ſie halb leiſe vor ſich hin, draͤngte mit ſicht⸗ barer Anſtrengung die Thraͤnen zuruͤck, die ihr in die Augen ſchoßen, und ſchwieg.
„Noch etwas,“ fuhr die Mutter nach einer klei⸗ nen Pauſe, in der ſie ſich geſammelt, ruhiger fort, und ſchien ſich nach paſſenden Worten zur moͤg⸗ lichſt delikaten Behandlung des zarten Gegenſtan⸗ des umzuſehen,„noch etwas habe ich auf dem Her⸗ zen; etwas, woruͤber ich lange mit Dir habe ſpre⸗ chen wollen; es hat mir aber bis jetzt dazu an Ge⸗ legenheit gefehlt; nun, da wir uns wahrſcheinlich nicht ſobald wieder ſehen, muß ich ſie mir ſelbſt nehmen. Ich habe mich gefreut, Emil, Dich, hin⸗ ſichtlich Deiner Sittenreinhei., von der Univerſitaͤt ſo zuruͤckkommen zu ſehen, wie Du hingegangen biſt; unverdorben, ſchuldlos, unbefleckt; Du biſt an
*) Bekanntlich eine Sentenz Metaſtaſto's, ihres Lieb⸗
lingsdichters; zu Deutſch:„Der Beleidiger vergißt, doch der Gekränkte nie die einſt erfahrne Unbild.“


