Teil eines Werkes 
64. - 66. Bdchn (1828)
Entstehung
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Stachelwitz ſpielen zu laſſen; mit welcher Keckheit ſie Zuſaͤtze, Vergroͤßerungen und Entſtellungen hin⸗ zulugen, und wie auch nicht Einer unter ihnen iſt⸗ der ſich des vom großen Haufen, ungehoͤrt Gerich⸗ teten, wohlwollend annehme. Emil, meide ſolche menſchliche Ungeheuer. Es ſind Ungeheuer, und wenn ſie auch in Palaͤſten wohnten, und zu den Klaſſen der hoͤhern Welt gehoͤrten. Sitze nicht im Rathe ſolcher Blutrichter! Erfuͤlle gegen den Ange⸗ griffenen die Pflicht der Menſchlichkeit wenigſtens in ſo weit, daß Du ihn, ihn ſelbſt hoͤreſt, ehe Du ihn verdammſt, und daß Du Dein Urtheil ſo lange ausſetzeſt, bis Du ihn gehoͤrt habeſt. Und haſt Du ſeine Unſchuld erkannt, oder haſt Du, wenn er nicht ganz ſchuldlos iſt, doch wenigſtens Gruͤnde aufge⸗ funden, die ihn entſchuldigen, ſo ſey barmherzig, Emil, und nimm Dich ſeiner an. Du haſt in ſolchen Fällen beim großen Haufen leichtes Spiel. Du darfſt den Boͤſewichtern nur mit feſter Derbheit durch den Sinn fahren, und ſie auf die Unziemlichkeit ihres kannibaliſchen Verfahrens, mit recht ſtechenden Wor⸗ ten aufmerkſam machen, ſo gehen ſie bald in ſich, und ſchweigen, denn ſie fuͤhlen, daß Du Recht haſt.

Emil verſtand den Sinn ihrer Rede, die am Schluſſe etwas lebendig, faſt heftig zu werden an⸗ fing, wohl; aber er konnte ſich, wie er ihr auch of⸗ fen bekannte, nicht entraͤthſeln, wie ſie, gerade ſie Veranlaſſung habe, uͤber die Verlaͤumdungsſucht der Menſchen zu klagen, da alle Nachbarn hier in der ganzen Umgegend nie anders, als mit der aus⸗

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