Teil eines Werkes 
64. - 66. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

ſetzen koͤnnten, ſprach der Tafeldecker die ganzen neun Jahre ſo oft und ſo nachdruͤcklich fuͤr ihn, daß der Ordenskammer⸗Praͤſident, um des Schwä⸗ tzers nur einmal los zu werden, deſſen Schuͤtzling, den Geheimen Hofratb, wirklich zum Ordens⸗Rit⸗ ter vorſchlug; des Praͤſidenten Vorſchlaͤge wurden in der Regel genehmigt, und ſo hatte der Geheime Hofrath richtig ſeinen Willen durchgeſetzt, und das einzig und allein durch Menſchen, die im erſten Augenblick Jedem, der mit dem Hof⸗ und Welt⸗ leben nicht genauer bekannt iſt, ganz unbedeutend ſcheinen muͤſſen.

Die letzte Nacht im Vaterhauſe⸗

Emil hatte auf die weitlaͤuftige Geſchichte nur mit halbem Ohr gehoͤrt; was ging ihn die ganze Hofwelt mit ihren Kuͤchenſchreibern und Ordens⸗ Praͤſidenten an.

Der Vater mußte das gleichguͤltig nichts ſagende Geſicht, das Emil zu ſeiner Geheimen Hofraths⸗ Hiſtorie gemacht haben mochte, fuͤr ein ſchlaͤfriges angeſehen haben, denn er ſah nach der Wanduhr, brach kurz ab, und ſagte:Jetzt geh' und mach', daß Du zu Bette kommſt, damit Du morgen huͤbſch friſch und munter ausſiehſt, wenn Du vor Sr. Ex⸗ cellenz, dem Herrn Oberlandjaͤgermeiſter erſcheinſt, damit die Leute nicht denken, Du habeſt bei mir gehungert, oder es ſey Dir ſonſt hier ſchlecht ge⸗ gangen. Gute Nacht, Emil, ſetzte er mit wei⸗ cher Stimme hinzu, und reichte ihm die Hand,