Teil eines Werkes 
64. - 66. Bdchn (1828)
Entstehung
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Tochter machen, was ſie wollte, und dieſe war in ihren Geheimen Sekretär dermaßen verliebt, daß ſie ihm keinen Wunſch verſagen konnte. Alle dieſe Verhaͤltniſſe kannte der Kriecher, der Geheime Hof⸗ rath, bis auf das Daus. Sein einziges Dichten und Trachten ging auf einen Orden. Er hatte in der Kriegszeit einmal, als die feindlichen Truppen im Anzuge auf die Reſidenz waren, und die beſten Koſtbarkeiten des Hofes gefluͤchtet wurden, ſeine Pferde zur Fortſchaffung des landesherrlichen Muͤnz⸗ kabinets, drei Meilen weit, unentgeldlich hergege⸗ ben. Auf dieſe vorgeblich patriotiſche Großthat ſtuͤtzte er ſeine Anſpruͤche auf den Orden. Neun Jahre lang hatte er unablaͤßig gebohrt, und ge⸗ bohrt, und nichts erſchurfen koͤnnen. Sein Bruder und die Leute hoͤhern Standes lachten ihn mit ſei⸗ ner Muͤnzfuhr und ſeinen darauf geſtützten Ordens⸗ Anſpruͤchen aus; die kleinen Leute wohl auch; al⸗ lein dieſe kalkulirten wieder, daß ſie den Mann, wenn ſie fuͤr ſich oder fuͤr die Ihrigen einmal et⸗ was beim Kriegsminiſter ſuchten, doch auch wohl brauchen koͤnnten; uͤbrigens truͤge ja ſo Mancher in der Welt einen Orden, ohne ſelbſt zu wiſſen, wo⸗ fuͤr; ob es alſo einen ſolchen mehr oder weniger gebe, darauf werde es am Ende nicht ſehr ankom⸗ men; endlich kitzelte es die kleinen Leutchen, den Tafeldecker und den Hofkuͤchenſchreiber, daß ein Mann von gewiſſem Range, ein Geheimer Hofrath, der Bruder einer Excellenz, ihre Verwendung ſuche, und um ihm zu zeigen, daß ſie auch etwas durch⸗