Teil eines Werkes 
64. - 66. Bdchn (1828)
Entstehung
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ſonders wenn man von gewiſſen Paſſionen noch nicht ganz frei iſt, auch wohl das Kammermaͤdchen der gnaͤdigen Frau, oder eine andere Vertraute das Alles ſind, mein lieber Sohn, ſehr reſpektable Men⸗ ſchen! Wer lebensklug iſt, nimmt auf die Klaſſe in der Regel mehr Ruͤckſicht, als auf den Herrn ſelber. Der Bruder unſers ſeligen Kriegsminiſters, der Geheime Hofrath, ein werthloſer Alltagsmenſch, ging, als ich vor zwanzig Jahren zum Letztenmal in der Reſidenz war, vor mir die Schloßſtraße hin⸗ ab. Auf einmal riß er den Hut vom Kopfe, und buͤckte ſich vor einem jungen Manne, daß ihm der Haarbeutel vorn uͤberſchlug, und eine ganze Weile zwiſchen den weit ausgeſpreitzten Beinen baumelte; er trat hierauf naͤher, behielt den Hut in der Hand, und unterhielt ſich einige Minuten mit dem jun⸗ gen Herrn, immer aber ſo kriechend hoͤflich, daß ich, nach dieſer eminenten Devotion zu ſchließen, den jungen Herrn fuͤr einen reichen Grafen, oder fuͤr den Sohn eines einflußreichen Großen halten mußte; ſpaͤterhin lernte ich ihn kennen; ein Gehei⸗ mer Sekretaͤr war es; er hatte die Tochter des Hof⸗ kuͤchenſchreibers zur Frau; dieſer aber hatte den Tafeldecker des Ordens⸗Kammer⸗Praͤſidenten zum Schwager; der Präſident hatte bei der jaͤhrlichen Vertheilung der Orden eine Hauptſtimme; der Ta⸗ feldecker war bei Sr. Excellenz dem Herrn Praͤſi⸗ denten ſo, was man zu ſagen pflegt, Alles in Al⸗ lem; dabei hielt er auf den Schwager Hofkuͤchen⸗ meiſter gewaltig viel, mit dieſem konnte aber die