Teil eines Werkes 
64. - 66. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

Eichen und Buchen zu, und bei jedem ſchoͤnen gro⸗ ßen Stamme, der unter donnerndem Gepraſſel nie⸗ derſchlug, barmte Vater Wallenrodt obhalber der

graͤulichen Verwuͤſtung unter dem noch lange nicht

ſchlagbaren Holze. Die feine, ſanfte Frau aber ſagte ernſt:laß die Art nur gewaͤhren, es ſoll ja das große Ruhebette werden, auf dem auch wir ſchlum⸗ mern werden, wenn wir des Lebens Muͤhen uͤber⸗ ſtanden; der Platz iſt gar herrlich gewaͤhlt, ſchattig rund um, und kuͤhl, friedlich und ſtill. In die⸗ ſem Augenblicke naͤherte ſich einer der Holzfaͤller der jungen ſchlanken Steineiche, neben der die Familie ſtand, und wollte ausholen, um ſie mit Einem Hieve vom Leben zum Kode zu befördern.Die nicht, die nicht, rief bittend die Mutter, und er⸗ faßte die hochgeſchwungene Art,ein ſo wunder⸗ ſchöner kraͤftiger Baum in der Bluͤthe ſeines fri⸗ ſchen Lebens! es wäre ja ewig Schade.Frauchen, ſagte Wallenrodt laͤchelnd, und ergoͤtzte ſich im Stil⸗ len, daß in ihren Adern auch aͤchtes Forſtblut walle, das Freude habe an Gottes heiliger Waldpracht, wohl iſt es Schade um das junge Kron⸗Gut! aber holzrein ſoll der Platz werden; hier ſtehen bleiben darf daher das liebe Ding nicht. 4 Nun ſo laß den ſchönen jungen Stamm mit der Wurzel ausroden und verſetzen, erwiederte die Mutter, und ihr ſeelenvolles ſchwarzes Feuerauge flog von dem bedrohten ſchlanken Baume mit zar⸗ ter Bangigkeit auf Emil, ihren ſchoͤnen, friſch auf⸗ geſchoſſenen und kraͤftig erbluͤhenden Sohn, und von dieſem, freundlich bittend, auf den Gatten.