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Die Kokette : ein Roman / von der Verfasserin der Erna, Felicitas usw.
Entstehung
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wiewohl oft vergebens, ſich beſtrebt hatte, das weiche Gemuͤth des fuͤr jeden Eindruck empfaͤng⸗ lichen Zoͤglings, durch den ſtrengen Ernſt der Wahrheit zu kraͤftigen und zu ſtaͤhlen, verſchmaͤhte auch jezt jene ſanft gefaͤllige Schonung, die den Empfindungen ſchmeichelt, und an dem Menſchen Schattenbilder weſenloſer Illuſionen ſtatt der Ge⸗ ſtalten einer ungeſchmuͤckten it fuͤhrt

Ihre Gattin tnn hnen nicht antbrine er, das Auge mitleidig von Lev's immer bleicher werdendem Antliz abwendend; ſie iſt vorausge⸗

gangen, Ihnen den Weg in die Ewigkeit zu zei⸗

gen; doch wenn es den frommen Abgeſchiedenen vergoͤnnt iſt, zu umſchweben, was ihnen hienie⸗ den am theuerſten war, ſo wird ſie als Ihr Schuz⸗ geiſt unſichtbar bei Ihnen weilen, und ſich Ihres Andenkens freuen, das ein mit Muth und Kraft wohlgeordnetes Leben kuͤnftig am ſchoͤnſten ehrt.

Leo lehhte in ſtiller Ergebung aber voll un⸗ endlichen Schmerzes ſein Haupt ah des Freundes

Bruſt ſeine Thraͤnen floſſen ſanft aber ſie

waren kein unfruchtbares Todtenopfer edel, und ihrer wuͤrdig trug er den Reſt ſeines Lebens

bis das Grab ihn wieder mit ihr vereinte. Bertha war, von ihren Ahnungen getrieben,

gerade zu der entſcheidenden Zeit angelangt, wo der matte Lebensſtern ihrer Freundin noch ein⸗