298
alſo mit tief betruͤbter Seele, und ſchloß ſich ein, nachdem er Johanna befohlen, ihm von Zeit zu Zeit Nachricht von dem Befinden ihrer Gebieterin zu bringen.
Mit welchen wilden, gewaltſam gaͤhren⸗ den Empfindungen vernahm Eugenia dies alles. Wie? ſollte ſie die faſt gereiften Fruͤchte einer langen Anſtrengung verlieren, die, wie ſie waͤhnte, kaum noch des lezten heißen Sonnenblicks bedurften, um ſuͤß und labend ihr fuͤr immer zuzufallen? Sollte Leo, deſſen humanes Gefuͤhl ſie jezt als die unwuͤrdigſte Schwaͤche in ihrem Inneren verwuͤnſchte, wirklich im Stande ſein, wie⸗ der umzukehren, dem Ziel ſo nahe, zu dem ſie Schritt vor Schritt mit ſchlauer Berech⸗ nung ihn hingeleitet?— Sie konnte es nicht faſſen, nicht glauben, denn dazu war er, wie ſie hoffte, den finſteren Maͤchten be⸗ reits zu tief verfallen, die ſie zur Erreichung ihrer Abſichten aufgeboten hatte— er konnte unmoͤglich, nachdem er bereits ſo entſchieden gehandelt, dieſem unmaͤnnlichen Wankelmuth, wie ſie ſein Betragen ſchalt, ihre ganze Exi⸗


