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Die Kokette : ein Roman / von der Verfasserin der Erna, Felicitas usw.
Entstehung
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293 nur die leiſen Athemzuͤge ihrer kranken Bruſt verriethen, daß der Quell des Lebens noch nicht in ihr verſiegt ſei, aber ihm duͤnkte, als hoͤre er die fallenden Tropfen der ihr hienieden noch zugemeſſenen Zeit, und als werde bald der lezte derſelben verrinnen. Bleich und eingeſunken waren ihre zarten Wangen; weit offen, aber dumpf vor ſich hinſtarrend, das ſonſt ſo klare Auge, das— dem blauen Himmel zu vergleichen— mild und guͤtig jedem ſtrahlte, der ihm nahte, und das ſelbſt von bitteren Thraͤnen oft ge⸗ voͤthet, dennoch immer ſanft und freundlich geblieben war.

Der Anblick eines Menſchen, den wir fuͤr ſterbend halten, verfehlt, auch wenn er uns uͤbrigens gleichguͤltig iſt, nie den feier⸗ lichen Eindruck auf ein fuͤhlendes Gemuͤth, den eine ſo ernſte Mahnung an das Hinuͤber⸗ ſchreiten in die dunklen Gefilde eines zwei⸗ ten Lebens hervorbringt. Dieſer Chryſaliden⸗ zuſtand, in dem die eingeſponnene Raupe nach den Schmetteklingsfluͤgeln einer ewigen Freiheit ringt, das unwillkuͤhrliche Stveben,