— 140— Der Graf von Norindall wußte ſich die geheime
Abſicht Carl's nicht zu erkldren, aber er mußte ſich ſei⸗
ner Bitte fügen. Er war im Begriff ſich zu entfernen,
ſchon hatte er die Schwelle der Hütte überſchritten.—
»Ecbert,« rief ihm Carl mit zarter, klagender Stimme nach, vein Wort noch!. Theurer, edelmüthiger Ecbert, bevor du mich verläßſt, verzeihe mir die ſchreck— lichen Leiden, welche ich über dich brachte: verzeihe mir die Thränen, welche ich dir verurſachte: verzeihe mir deine Martern und dein Unglücke
»Ich!s rief Ecbert aus, vich dir verzeihen! Haſt du glauben können, daß die Opfer der Freund⸗ ſchaft eine Marter ſeyen! daß die Ergebenheit ein Un⸗ glück ſey! O mein Fürſt, mein Freund! war ich nicht dein Waffengenoſſe? hatteſt du nicht das Recht alles von meinem Herzen zu verlangen, alles zu er⸗ warten?«*
»Ohne mich,«erwiederte Carl bitter, wäre ſie deine Gattinn geworden; ohne mich würde der Graf von Norindall und die Jungfrau von Underlach als vereinte
Liebende glücklich gelebt haben. Ich habe dir den Ge⸗ genſtand deiner Liebe entführt; ich habe dir dieß Glück
entriſſen; und ich habe mich ihrer nur bemächtigt, um
ſie in's Grab zu ſtürzen. Ach! ſo war mein Schickſal; eine Geiſel für alle Geſchöpfe, die mich liebten, habe ich um mich nur Schrecken, Schmerz und Tod verbrei⸗ tet. Viele Herzen ſchlugen Carln entgegen, er nahm ſie nur auf, um ſie zu zerreißen.« Was ſprichſt du?« unterbrach ihn Ecbert leb⸗ haft.»Welcher Fürſt verbreitete um ſich ſo viele Wohl⸗
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