Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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ren Freund dieſem traurigen Orte! Ich habe für die Waiſe des Kloſters die letzten Pflichten zu erfüllen.« Ecbert fürchtete das Widerſtreben Carl's; wie groß war ſein Erſtaunen! Der Fürſt hörte ihn an, und antwortete nichts, aber er erhob ſich und folgte ihm. Schon hatten beyde ſchweigend das Gebirge erſtiegen, und waren zur Einſiedeley gekommen. Ach! auch der Graf von Norindall hatte in Elodien das einzige We⸗ ſen verloren, für welches ſein Herz hätte ſchlagen kön⸗ nen; und genöthigt ſeine Thränen zurückzuhalten, mußte er, indeß eigne Schmerzen insgeheim ihn verzehrten, Tröſtungen ſpenden, da er doch ſelbſt untröſtlich war. Ein unbekanntes Vorhaben ſchien alle Gedanken Carl's zu verzehren; ruhig wie die Empfindungsloſigkeit, ſtumm wie der Tod, das Auge beſtändig auf den Hori⸗ zont geheftet, ſchien er nur durch die Ungeduld geplagt, den Tag ſich neigen zu ſehen. Die Nacht näherte ſich endlich, Carl brach das Schweigen.»Ecbert,« ſagte

er, wenn du mich noch liebſt, ſo höre meine letzte Bitte, vernimm meinen letzten Wunſch..»Sprich,« ant⸗

wortete Ecbert; ach! könnte ich dir etwas verſagen?. »Laß mich,« erwiederte Carl vier und zwanzig Stun⸗ den allein in der Einſiedeley; frage mich nicht, weder was meine Abſicht, noch welches meine Hoffnung iſt. aber bey meinem Unglücke, bey deiner Freundſchaft, verſage es nicht deinem Waffenbruder: ich ſchwöre dir,

nicht Hand an mein Leben zu legen, und nicht dieſe Gegend zu verlaſſen. Morgen am Abend um die nähm⸗ liche Stunde komme zu deinem Freunde zurück, du

wirſt ihn in der Einſiedeley finden.«

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