Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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und vergoß bittere Thränen bey der entſeelten Jung⸗ frau. Carl erkannte Anſelm.

»Barbar,« rief er aus und erhob ſich zürnend,

du willſt Thränen vergießen!... Du weinen! wer hat ſie niedergeſchlagen? wer ſie in's Grab ge⸗ ſtürzt? Ha! dein Mitleid iſt nur eine neue Beleidi⸗ gung; entferne dich, Ungeheuer! oder ich füge noch ein Verbrechen mehr zu den übelthaten meines Lebens! Ja, ich will, ich muß dich ihren klagenden Manen opfern: wenn ich noch nicht ihr habe folgen können, ſo war es darum, weil ich ſie zu rächen hatte.« Indem er dieß ſprach, ergriff er in Ermangelung eines Schwertes einen ungeheuren Stein, der zum Markſteine am Grabe Herſtall's diente, und gleich dem blutdürſtenden Geyer, der ſich auf den ſchutzloſen Vogel ſtürzt, hatte der Fürſt den Tod über das Haupt An⸗ ſelm's erhoben.

»Schlage l« ſprach der Greis mit Nuhe, und ohne ſeine ehrwürdige Stirn zu beugen,»ſchlage Unglück⸗ licher, und wage es, dich noch für die Ewigkeit von ihr zu trennen le

Erſtaunt über den Ton des Greiſes, über ſein⸗ Ergebung, ſeinen Muth und den erhabenen Ausdruck ſeines Blickes hielt Carl ſeinen Streich zurück: Nein,« rief er aus, vſie iſt hier... todt auch ge⸗ biethet ſie noch meinem Geiſte... Du ſollſt nicht ſterben. Ein Verbrechen, Rache, waren ſchrecklich in ihren Augen: ſie iſt hier... Ich will nicht die Luft entweihen, welche ſie eben noch athmete.. Ihr letzter Hauch umſchwebt mich noch, ich höre ihn, er

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