5— 133— Herz: das Haupt der Waiſe hatte ſich ſanft an ſeine Bruſt geneigt: ein tiefer Seufzer entfuhr ihren Lippen; ſie ſprach den Nahmen des Einſamen aus.„ Carl 6 glaubte ſeine Geliebte gerettet... und ſeine Geliebte hatte aufgehört zu leben.
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3 Der unglückliche Herzog von Burgund ſtieß ein 3 Klagegeſchrey aus. Elodie war nicht mehr! Er 3 legte den Leichnam der angebetheten Jungfrau auf das Grab Herſtalls; dann mit Wuth ſich an der Erde wäl⸗ 6 zend, biß er in den Raſen des Grabmahls mit den guckungen einer wahnſinnigen Bewußtloſigkeit, raufte 15
ſich das Haar, und entſtellte mit raſenden Händen ſein Geſicht. Die Augen Elodiens waren geſchloſſen.. 3 Sie war dahin; das einzige Licht, das für ihn noch auf der Erde glänzte, war für ewig erloſchen. Ver⸗ 1 wirrung, Schrecken und Vernichtung umhüllten ihn 4 mit ihrer dichten Finſterniß. Ach, Carl der Kühne, dazu beſtimmt, alle Qualen des Lebens zu erdulden, ſollte von dem höchſten Gipfel menſchlicher Glückſelig— keit fallen, um ſtufenweiſe alle Martern des Lebens zu empfinden, um alle Schreckniſſe und die volle Ver⸗ zweiflung im Thale des Unglücks zu erfahren.
Schreckende Regungsloſigkeit folgte den heftigſten Anfällen von Wahnſinn. Carl ſchien einige Augenblicke hindurch ſich mit ſeiner Geliebten im Aufenthalte des ewigen Friedens wieder vereinigt zu haben.
Da erhob er wieder ſeine verſtörte Stirne, welche das Blut von den Wunden befleckte, die er ſich in ſeinen Wuthanfällen gemacht hatte. Richt ferne vom Fürſten kniete eben ein Prieſter, bethete mit Inbrunſt
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