Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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an das Trauerkreutz. Carl näherte ſich mit einem Her⸗

zen, das von Furcht und Hoffnung ſchlug; die Jung⸗ frau des einſamen Gebüſches erhob ihr entfärbtes Ant⸗ litz, ſie bemerkte ihn. Carl,« rief ſie aus. Sic wollte auf ihn zueilen; aber kraftlos fiel ſie auf dem Trauerhügel zu ſeinen Füßen.

»Elodie,« rief der Fürſt beſtürzt, indem er die Unglückliche aufhob:»Ihr hier!«.. Großer Gott, wie waren ihre Züge durch Leiden gewelkt! und doch wie ſchön war ſie noch!»Sie wachten um mich,« antwortete die Waiſe im Wahnſinn:»der Schlaf hat wider ihren Willen ihre Augenlieder geſchloſſen; in

einem irren Augenblicke bin ich meinen Wächtern ent⸗ flohen: ich wollte hierher, um hier zu ſterben.«

Sie erhielt nach und nach wieder ihre Kräfte: Carl,« fuhr ſie fort, vich ahnete, daß wir uns noch wieder ſehen würden. Hier hat Elodie zuerſt ihre

Liebe geſtanden, hier wird Elodie dem Daſeyn ihr

letztes Lebewohl ſagen.« Mein,« erwiederte Carl mit Heſtigkeit;»nein, nichts wird mir nun mehr meine

Elodie entreißen: nein, das Grab ſelbſt könnte uns

nicht trennen.«

»Wenn meine Kräfte mir es geſtattet hätten,« ſprach die Waiſe mit ſchwacher, ſterbender Stimme, »ſo wäre ich auf den wilden Berg gekommen Ach! ich war ſo glücklich in der Einſiedeley.. Der unbarmherzige Tod hätte es wohl nicht gewagt, über mich herzufallen; die Liebe hätte den Grabesſtein nicht öffnen laſſen. Der Hauch der Liebe iſt ſo glühend, iſt dieſer Hauch nicht das Leben«.