Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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»Da ſeht ihn; donnert noch ferner auf ihn herab, un⸗ verſöhnlicher Diener der Rache des Himmels, betrach⸗ tet euer Opfer! Am öden Felſen der Verbannung, unter dem Strohdache des Mangels ſeht ihr dieſen lebloſen Körper, dieſen ohne Hülfe verſcheidenden Mann, der aus den Palläſten geworfen, von den Altären zu⸗ rückgeſtoßen worden iſt. Seht hier den überwin⸗ der Europa's, den mächtigſten Fürſten, den Helden des Jahrhunderts, ſeht hier Carl den KühnenSeyd ihr befriedigt?«

Das Angeſicht Anſelm's war von Thranen feucht. »Der Himmel hat es ſo gewollt,« ſprach der Greis. Ich pabe meine Pflicht erfüllt als Diener des Altars, ich komme mein Tagwerk zu vollenden als Hirt der Men⸗ ſchen. So wie euer Herz, und vielleicht noch mehr, iſt das meine zerriſſen. O Ecbert, als ich den Blitz auf Carl von Burgund ſchleuderte, wurde ich fortgeriſſen von einer unwiderſtehlichen Macht, die ſtärker war als mein Gedanke, mächtiger als mein Wille. Mein Mund hat Worte geſprochen, mir ſelbſt unerwartet; mein Fluch ging über meine Lippen, aber er kam nicht aus meiner Seele. Eine übernatürliche Macht ausſchließend handelte in mir. Als ein Orcan des Himmels donnerte

ich im Kloſter, als Greis vom Thale komme ich in die Einſiedeley um zu weinen.«

WMitleid, Schmerz, Wahrheit, chriſtliche Liebe drückten ihren erhabenen Charakter auf die Züge An⸗ ſelm's. Ecbert ſtieß den Greis nicht mehr zurück, als er

ſeine Thränen, ſeine von den Jahren gebleichten Haare

bemerkte, als er ſeine ſeufzende Stimme, ſeine kla⸗