Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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und zugleich erſchütterte ein heftiger Orcan, gleich einem neuen Diener der Strafe und des Zornes, das heilige Gebäude. Die Erde dröhnte: das fromme Denk⸗ mahl zitterte auf ſeinen alten Grundfeſten. Der Wind blies mit Heftigkeit durch die alten Kirchenfenſter: er brach und ſchlug ſie zuſammen, und ſtürzte ſie im Wirbel bis zum Fuße des Altars: die Kerzen verloſchen, und die Kirche war wieder in Finſterniß verſenkt; die Glocke des Thurmes, vom Sturme bewegt, ſchlug an. Elodie erkannte den verhängnißvollen Ton, der ihrem erſten Schwur an der Leichengruft folgte.»Iſt das der Hochzeitsſegen 2« rief ſie aus. Und der Marmor des Grabmahls nahm ihren entſeelten Körper auf.

Gleich Heliodor im Tempel von Jetuſalem vor dem Engel mit flammendem Blicke war der unglück⸗ liche Herzog von Burgund mit niedergekehrter Stirn

in den Staub geſunken. Ein tödlicher Schauer lief

durch ſeine Adern; ſein erſtarrtes Blut blieb ſtehen;

ſein irres Auge ſchloß ſich, ſeine Glieder wurden ſteif⸗

ſeine Bewegungen zuckend, er ſtieß dumpfes Geſtöhn aus: und auf einige Augenblicke verlor er Stimme, Gefühl und Gedanken.

Carl öffnete wieder ſeine Augen: der Graf von Norindall hielt ihn in ſeinen Armen. Bey dem bloßen Scheine einer Kerze, welche der Wind wieder angefacht

hatte, ſuchte der Fürſt um ſich die Jungfrau; aber von

Anſelm nach der Abtey getragen, war ſie aus der Ca⸗ pelle verſchwunden. Der heilige Unkreis war verödet,

der Fluch und der Tod hatten daraus die Liebe und

hochzeitliche Feyer vertrieben: ſelbſt in den Wohlge Der Einſame.. 6

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