Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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— 118— ſich weiß und unglückſchwanger die Eisgebirge, wie ne⸗ belige Geſpenſter.

Die Taube des Kloſters war aus der Hütte her⸗ vorgegangen; ſie betrachtete den Himmel und zitterte... Am Abende vorher hätte man geſagt, daß die ganze Natur ihrer Seligkeit zulächle; warum ſchien nun die erwachende Morgenröthe ein böſer Bothe, der irgend eine ſchreckende Nachricht bringe?..

Aber welch' Entzücken ſchuf nicht die Liebe. Bey dem erſten Laute Carl's verſchwand die Unruhe Elo⸗ diens: es war kein Sturm mehr in den Lüften, kein Gewölk am Himmel: was kümmerte ſie die ganze Na⸗ tur!„bey ihr war der Geliebte.

In der Trunkenheit des reinſten Genuſſes, in der Erwartung ſeines höchſten Glückes ſah Carl den Tag vorgehen. Das Geſtirn mit dem belebenden Feuer hatte ihn nicht erhellt. Eine Gewitterwolke verdeckte das Thal, und ein ſtürmiſcher Südwind, der aus glü⸗ henden Wüſten entflohen, zog nach den eiſigen Ber⸗ gen. Die Waiſe und der Fürſt ſtiegen herab aus ihrer einſamen Wohnung, und unter Begünſtigung der n gingen ſie unbemerkt durch das friedliche

Dörfchen Underlach, ſie kamen zum Kloſter und endlich in die Capelle.

Hymen's Fackeln waren entzündet: der Weih⸗ rauch brannte in goldenen Gefäßen. Elodie kniete nie⸗ der im Innern des Heiligthums; Echert erwartete die beyden Gatten; er war bleich und leidend; er wagte es nicht, auf die Waiſe zu blicken. Anſelm ſtand am Altare, ſein Antlitz war traurig und ernſt: er ſollte