Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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— 48— „ 3 ehntes Buch.

Einige Strahlen, als Vorbothen des Tages, hatten die Schatten aus dem ätheriſchen Raume verjagt. Die Bäume des Waldes, feucht vom Morgenthaue, und von Zephyrn bewegt, ſchüttelten ihre dunkeln Kronen. Der letzte Erntemonath war entflohen, ſchon entfiel verdorrtes Laub dem erzeugenden Aſte; ſchön wie der goldene Strahl des Himmelsgeſtirnes bey ſeinem Sin⸗ ken, ſchmückte die Natur mit tauſend Farben die Haine und Hügel. Entzückend iſt die Rückkehr der Blumenzeit, aber noch ergreifender iſt das Scheiden der ſchönen Tage.

Die Nichte Herſtall's trat wieder in's Leben; ihre noch verwirrten Gedanken konnten nicht das ſie um⸗

gebende Dunkel durchdringen; doch ſchien es ihr, als ob ſie, vom Sturmwind im Wirbel getrieben, mit Schnelligkeit die Räume der Luft durchſchneide. Matt

öffneten ſich ihre Augenlieder; ſie unterſchied nicht die

Gegenſtände, doch war ſie nicht im Traume. Wie der Vogel des Thales, den der Aar vom Gebirge ergriff, ſo fühlte ſie ſich fortgeführt von einer unbekannten Macht, deren reißender Schwung durch kein Hinder⸗ niß gehemmt wurde. So durchſchritt in des ſtürmiſchen

Boreas Macht die Nymphe Orithya, vom Stt

getragen, den Strom Jliſſus.

Elodie erlangre wieder ihre Denkkraft; mit dem Leben erwachte auch wieder die Erinnerung. Bey dem

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