Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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hatte der mörderiſche Pfeil am Ohre der Waiſe hin

die Luft durchſchnitten. Ecbert vertheidigte wie ein un⸗ durchdringlicher Wall die nächſte Umgebung des Schre⸗ ckensfelſens, wie ein blutender Löwe kämpfte er mit der Wuth der Verweiflung. Indeß hatte die Tapfer⸗ keit über die Mehrzahl geſiegt; Verwirrung herrſchte in den Reihen der Empörer, ihre Leichen bedeckten die Erde: der Fürſt Palzo ſuchte die Tochter St. Maur's; da er nicht die Truppen Ecbert's vertilgen konnte,

ſo wollte er wenigſtens vor ſeiner Flucht mit den Ge⸗

birgsbewohnern ſich derjenigen bemächtigen, die er an⸗

bethete: am Fuße des berüchtigten Felſens hatte er

ſie eben bemerkt; er ſtürzte hin auf ſein Opfer, und war im Begriffe ſich desſelben zu bemächtigen... als zwiſchen ihn und ſie, Graf Norindall trat.

Von der Rache gewaffnet ſchlugen ſich die beyden Krieger, als unverſöhnliche Nebenbuhler mit aller Hef⸗ tigkeit des Haſſes, mit allem Ungeſtüm der Wuth, ihr Blut überſtrömte ihre Rüſtungen; beyde ſchienen un⸗ beſiegbar. Da durchdrang ein Wurfſpieß, von einem Bergbewohner geſchleudert, den Bruſtharniſch Eobert's und blieb in ſeiner Seite haften: der tapfere Graf wollte dieß todbringende Geſchoß herausziehen, aber das Eiſen war in ſeiner Wunde gebrochen. Ecbert fühlte, daß ſeine Kräfte abnahmen, und doch kämpfte er noch. Ihm blieb noch die Kraft des Geiſtes, und dieſe See⸗ lenſtärke iſt eine von den Sinnen unabhängige Macht,

ein feſſelloſes Leben, welches alle Hinderniſſe einer un⸗ erſchöpften Natur überſteigt, und wie ein neuer Hauch

die Vernichtung belebt.