Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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Während der Vorbereitungen zur Reiſe hatte Elo⸗ die nicht ihren Muth wanken fühlen; aber in dem Au⸗ genblicke, wo ſie das Thal verlaſſen ſollte, wäre er bey⸗ nahe von ihr gewichen. Geliebtes Thal,« rief ſie aus, vvon dir alſo ſoll ich mich entfernen: wo werde ich bleich und welk hinfallen, eine verlaſſene Pflanze, entriſſen dem Felſen meiner Geburt, und getrieben vom ſtürmenden Winde!

Ihre Augen hatten ſich nach den Gebirgen des Murten⸗See's gewendet: ein ſchmerzlicher Seufzer be⸗ zeugte ihren geheimen Kummer; wenn ſie wenigſtens den, der allein ihr Herz beſchäftigte, von den Beweg⸗ gründen ihrer unbeſtimmten Entfernung hätte benach⸗ richtigen können.... Aber wem könnte ſie eine ſolche

Bothſchaft anvertrauen! Wer in Underlach würde ſie

auf ſich nehmen! Kein Bewohner der Gegend wagte es, ſich dem Einſamen zu nahen! Nach erhaltenen Befehlen ſollte Ecbert um Mit⸗

ternacht durch die Gegend des Murten⸗Seels mit ſeinen

Gefangenen ziehen, um jeden Aufſtand von Seiten der Rebellen zu vermeiden. Elodie und die Gräfinn zogen auf prächtig geſchirrten Maulthieren längs des Thales hin. Die Bewohner desſelben hatten ihre Abreiſe erfahren; obgleich beruhigt durch ihr Verſprechen einer baldigen Rückkehr nach der Abtey, drängten ſie ſich doch mit Schmerz um ſie; Thränen floſſen aus ihren Augen, und ihr ſtummes Lebewohl zerriß der Waiſe das Herz.

Die Schatten verdichteten ſich auf der Ebene, welche

die Sonne nicht mehr erleuchtete: aber die ſchneeigen Gipfel der Gebirge glaͤnzten noch im Lichte, und waren