— den. Die prächtigſten Gaben des Reichthums, die reich⸗ ſten Erzeugniſſe der Kunſt waren prunkvoll pon der Gräfinn vor den Augen der Waiſe ausgebreitet wor⸗ den: aber die Tochter Saint⸗Maur's ließ nachläſſig ihre Blicke hinſchweifen über den blendenden Schmuck und die koſtbaren Steine, welche ihr dargereicht wur⸗ den. Nichts ſetzte ſie in Erſtaunen, nichts entzückte ſie; und wie eine bloße Zuſchauerinn eines Feſtes, wie die gaſtlich Geladene zu einer fremden Hochzeit, beſah ſie mit der Neugierde der Theilnahmloſigkeit die Pracht⸗ geſchenke, welche ihr die Liebe both.
Die Gräfinn betrachtete Elodien; die eiſige Kälte ihrer Antworten, ihre zerſtreuten Blicke, ihr faſt ſpöt⸗ tiſches Lächeln, ihre verachtende Ruhe hatten alle Ge⸗ danken der Gräſinn verwirrt. Keine Beſtürzung, keine Unruhe bewegten die Waiſe; unempfänglich und ſchwei⸗ gend zeigte ſie weder Erſtaunen, noch Frohſinn, noch Traurigkeit, und ungeachtet ihrer tiefen Kenntniß des menſchlichen Herzens konnte die Gräfinn nichts von dem fremdartigen Betragen ihrer Nichte begreifen, konnte ſie weder von ihren unbekaunten Gefühlen, noch von ihren geheimen Gedanken etwas enthüllen.
Der Tag verfloß ohne irgend einen bemerkens⸗ werthen Vorfall. Wie oft waren die Augen der Waiſe auf die Murtner Gebirge gerichter!. Wie oft hatten ſie auf der Straße nach der Abtey die Abge⸗ ſandten des Einſamen geſucht! Die verheißene Hülfe kam nicht, und doch ſollte der folgende Tag Hymen's Fackel entzünden.
kacht bedeckte den Erdkreis. Der Fürſt Palzo


