Auf dieſe Antwort ſchwang der leidenſchaftliche Krieger ſein Schwert mit Ungeſtüm; ſeine unbezähm⸗ bare Aufwallung ſiegte über ſeine Vernunft: drohende Blitze durchzückten ſein Geſicht; wüthend und wie im Wahnſinne rief er:— MNochmahls Blut denn; noch nicht genug hat dieſes Schwert vergoſſen!. Füh⸗ ret mich zu Palzo.«
„Großer Gott,« ſprach die Jungfrau erſchreckt, »was wollt ihr thun!« Zitternd und mit Thränen ſuchte ſie ihn zurückzuhalten, ſie ergriff ſeine Hand und drückte ſie zwiſchen den ihrigen. Der unbegreifliche Mann zitterte. Der Zauber dieſer Berührung hatte ſein ganzes Weſen verändert, unwillkürlich führte er die theure Hand, welche er hielt, an ſeine Lippen; das Feuer, das durch ſeine Adern floß, war nicht mehr das der Wuth: der Löwe aus der Wüſte hatte ſeine Wildheit verloren.
»Verzeihet,« fuhr er mit Ruhe fort,»bey dem Nahmen Palzo's, bey dem Nahmen des Vermeſſenen, der es wagt, nach eurer Hand zu ſtreben, trübte mei⸗ nen Geiſt eine Regung des Unwillens, des Zorns und Ingrimms, die ich nicht zu unterdrücken vermochte. Zerſtreut eure Beforgniſſe, der Treuloſe ſoll geſtürzt werden, aber er ſoll nicht unter meinen Streichen fal⸗ len: der Verräther wird ſterben, aber der Anblick ſei⸗ ner Todesſtrafe ſoll nicht euch dargebothen werden.
»Theure Elodie,« fuhr er fort, vnoch eh das helle Feuer des Leuchtthurms meine Hülfe angefleht hatte, war von mir ſchon alles vorbereitet, um euch der Ge⸗ walt eurer Tyrannen zu entziehen: ich wachte über euer


