geſchüchterte Jungfrau betrachtete ihn mit Erſtaunen. Welche Veränderung auf ſeinen durch Leiden angegriffe⸗ nen Zügen! düſter und niedergeſchlagen ſchien der Ein⸗ ſame das Leben wie eine Bürde zu tragen, deren er ſich, er fühlte es mit Wuth, nur durch eine gewalt⸗ ſame That, durch einen verzweifelten Entſchluß würde entledigen können. Seine Worte waren kurz, ſein Ge— ſicht bleich und wild; ſeine Geſichtsbildung hatte völlig den Ausdruck der Irre; aber doch drang in der Nähe Elodien's etwas Mildes, Ergebenes durch die drohende Hülle, welche ihn umſchloß.
»Welche Befehle ich euch zu geben habe?« wieder⸗ holte Elodie mit dem ſanfteſten Tone.»Hale ich das Recht, euch Befehle zu geben 26
»Redet,« antwortete der Mann vom wilden Ber⸗ ge;»möget ihr nun das Recht haben, mir zu befehlen, oder nicht, ich bin bereit euch zu gehorchen: für euch habe ich dieſe kriegeriſchen Waffen wieder ergriffen, und ich hatte geſchworen, mich nie mehr damit zu be⸗ decken, für euch habe ich wieder dieſes Schwert aus der Scheide gezogen, das ich auf immer mit Abſcheu von mir geworfen hatte, und für euch nur fühle ich noch dieß Herz ſchlagen, das ich mir vorgeſetzt hatte, unempfindlich und eiſig kalt zu machen.«
Indem der Einſame dieſe Worte ſprach, hatte ſeine Stimme allmählig an ihrer Rauhheit verloren. »Elodie,« fuhr er fort,»antwortet mir, warum habt ihr mich zu euch gerufen«—»Dieſe Capelle,« ſprach die Waiſe, viſt für die Vermählung Elodien's mit Palzo geſchmückt, und ihr fragt mich, warum ich euch rufe s


