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Der Fürſt Palzo war zu den Füßen Elodiens geblieben, und etwas Beredteres noch als ſeine Bitte ſchien aus ſeinen Blicken zu ſprechen. Die Waiſe glaubte ſich von einem Traume getauſcht und ſuchte ihren Geiſt zu ſammeln. Faſt wider ihren Willen fortgezogen durch die Lockungen, welche ſie umgaben, befand ſie ſich an den Stufen des Tempels und ſchon glaubte Palzo zu triumphiren.
Der Altar Hymen's hatte die Aufmerkſamkeit der Waiſe gefeſſelt; die verſchlungenen Nahmen Palzo's und Elodien's glänzten in ſtrahlenden Buchſtaben. Welch plötzlicher Gedanke durchzückte ihren Geiſt! Den Tem⸗
pel erſteigen war eine ſchweigende Bewilligung der
Wünſche des Fürſten; dem Altare ſich nähern, hieß faſt ihre Treue verpfänden. Sie blieb ſtehen.. Das Entzücken ſchwand, ein Schauder ergriff ſie; ſie ſtieß die jungen Amoretten, welche ſie zum trügeriſchen Pallaſte zogen, von ſich; ſie entwand ſich den Blumen⸗ ketten, welche ſie feſſelten, und wich e 32
in die Tiefe des Gebüſches.
Der Fürſt eilte auf ſie zu; er wollte ſie nach de Tempel zurückführen: das zarte Flehen der Liebe ging über ſeine Lippen; als plötzlich ein Krieger, gerüſtet
vom Kopf bis zum Fuß ſeinen Blicken ſich zeigte, ihm
ein verſiegeltes Schreiben übergab, ſchweigend grüßte und verſchwand.
Wüthend über dieſe unerwartete Er ſcheinun hatte der Fürſt das Schreiben ergriffen, und zitterte beym Erblicken des Siegels: mit Heftigkeit riß er den Um⸗ ſchlag ab, durchlief die Bothſchaft, und erblaßte. Die


