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Auf einem vergoldeten Söller hatte ſich die Herr⸗ ſcherinn des Thales niedergelaſſen. Welch ein Schau⸗ ſpiel traf nun ihre Blicke! Ein weiter Circus lag vor ihr: die Schranken wurden geöffnet, und der Wahl⸗ ſpruch der Turniere ertönte von den zum Kampfe Ge⸗ rüſteten:»Krieg den Helden! Liebe den Frauenl
Völlig gerüſtete Krieger ſtürzten zum Kampfe her⸗ vor mit geſenktem Viſiere, mit eingelegter Lanze. Ihre Tapferkeit, ihr Anſtand, ihre Gewandtheit entzückten die Jungfrau. Von häufigen Hieben ertönten die Schil⸗ de; und ihren furchtbaren Schwertern entfuhren ſprü— hende Blitze.
Die Deviſe aller Kämpfenden war dieſelbe;»Lie⸗ be und Ruhm.« Die Helden des Turniers beſtiegen wieder ihre edlen Roſſe, ſenkten ihre wehenden Fahnen am erhöheten Sitze, und neigten ihre tapfern Häupter zu den Füßen der Schönheit. Mit Entzücken und Er⸗ ſtaunen lächelte die Königinn des Ritterfeſtes den ſie⸗ genden Kämpfern zu. Mit weißer Hand, wie daran gewöhnt, ähnlichen Spielen vorzuſtehen, löſte die an⸗ muthsvolle Nymphe den Helm der Sieger, krönte ihr Haupt, und vertheilte die Preiſe des Muthes: in leb⸗ hafter Bewegung hatte ſie noch nie ſo ſchön geſchienen,
die Begeiſterung, welche ihr dieſe kriegeriſchen Kämpfe,
dieſes ganze ritterliche Feſt einflößten, mahlte ſich auf ihrem Geſichte, und verbreitete noch neuen Glanz über
ihre bezaubernden Züge. Dieſe Ausbrüche des Ent⸗ 3 5 tie
zückens, welche die Schönheit Elodiens erregte, ſo faſt göttlichen Huldigungen, welche wit


