Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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Ahnungsvolle Gedanken ſchreckte ihre Seele. An⸗ ſelm konnte ſie nicht um Rath fragen: der Zutritt in die Abtey war ihm unterſagt, und ſie ſelbſt war darin eine Gefangene. Allein war ſie in dieſem Augenblicke, ohne Führer, ohne Stütze. Welchen Entſchluß nun faſſen! Wohin nach Hülfe ſich wenden!»Wenn ich die Leuchte des Thurmes anzündete le ſagte ſich heimlich die Waiſe.»Wenn ich den Einſamen herbey rief!.. Aber er ſelbſt ja, was könnte er thun?... Die Wa⸗ chen des Fürſten verſagten allen Fremden den Eintritt in's Kloſter. Ein verwegener Krieger, ein Liebender in Verzweiflung, der Mann vom wilden Berge, er allein würde im Stande ſeyn, den Eingang zu erzwingen, Palzo's Wachen zu überwinden, und ihnen Elodien zu entreißen. Aber ach! vielleicht würde er, von der Mehrzahl zbermai unterliegen, und ich hätte ſeinen Tod veranlaßt.«

Dieſer ſchreckliche Gedanke hielt ſie zurück. »Noch will ich warten,« ſagte ſie. Vielleicht überlaſſe ich mich eingebildeten Schreckniſſen: die Gräfinn Im⸗ berg behandelt mich wie ihre Tochter, der Fürſt hat ſein Betragen gegen mich geändert; noch droht mir keine dringende Gefahr; ich will das Leben des Einſa⸗

men alſo auch keiner Gefahr ausſetzen. Nein, ich will 3

die Leuchte des Thurmes nur erſt im Augenblicke einer

traurigen Entſcheidung entzünden, nur eſ i 88 4

gen der Verzweiflung.« Seit lange hatte es die Richte gerſtall⸗ nicht ge⸗. wagt, in die Kloſtergär ten hinab zu gehen, aus Furcht

vor einem Zuſammentreffen mit Palzo. Die Wergen